Solarzellen

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Solar powered Christmas

Monday, December 27th, 2010

Im Mai hatte ich in diesem Blog meine Pläne zur Installation von Solarzellen ausgebreitet, es hat bis Weihnachten gedauert, bis das Projekt abgeschlossen war. Fast zumindest, denn noch sind die Panele provisorisch im Garten aufgestellt und müssen es noch auf’s Dach schaffen. Ich bin dabei, mir eine wind- und erdbebensichere Befestigung auszudenken. Aber jetzt schon bringen sie ihre volle Leistung, die Sonne knallt hier im Sommer ordentlich runter.

Die Anlage besteht aus 5 Photovoltaikmodulen zu je 80 Watt, 2 Batterien mit je 200Ah und der notwendigen Elektronik. Alles Technik vom feinsten und bis auf die Batterien gab es in Chile nichts davon ab Lager zu kaufen, alles musste extra aus Europa oder den USA importiert werden.

Die 400 Watt Leistung reichen locker aus um den Strombedarf während des Tages zu decken und dazu die Batterien zu laden. Wenn der nächste Tag wieder sonnig wird, dann könnte ich theoretisch den Strom nachts aus den Batterien holen. Mache ich aber nicht, sobald die Sonne hinter den Bäumen im Westen verschwindet schalte ich per Dämmerungsschalter wieder auf das öffentliche Netz. Ist billiger als Batteriestrom, denn die Batterien werden mit der Zeit schlechter und müssen nach einigen Jahren ausgetauscht werden. Je tiefer und je öfter sie entladen werden, desto eher.

Wenn das Netz jedoch mal ausfällt oder wenn ich mich ganz unabhängig fühlen möchte, könnte ich auch autark vom öffentlichen Netz leben, dann aber bei wolkigem Wetter mit einigen Komforteinbussen.

Der Wechselrichter macht aus 24 Volt Batteriespannung 220 Volt für’s Haus. Genug Leistung für Wasserpumpen, Waschmaschine, Computer und Licht. Die Kabel sind so dick wie mein kleiner Finger.

Der Batterielader melkt den Solarzellen die maximal mögliche Energie ab und pumpt sie in die Batterien.

Eine grüne LED-Lampe leuchtet sobald die Solarpanele den Strom liefern und ist aus, wenn der Strom aus dem Netz kommt.

Der Stromzähler misst, wieviel Solarstrom verbraucht wurde.

Die Verschaltung ist ziemlich kompliziert geworden, vielleicht hilft das Schaubild weiter.

Idylle mit Schafen und Solarzellen.

Und wozu der ganze Aufwand? Erstmal macht es Spass! Zweitens macht es unabhängig. Nach dem Erdbeben habe ich mich wirklich geärgert, dass zwei Wochen lang kein Strom da war und ich das Wasser mit dem Eimer schöpfen musste und die Bohrmaschine nicht lief. Drittens bin ich der Meinung, dass die Energieversorgung auf erneuerbare Energien umgestellt gehört und Solarenergie ist unbegrenzt, sauber und frei. Viertens hatte ich Geld übrig. Fünftens will ich speziell in Chile ein Beispiel geben, dass man zur Energieversorgung nicht Gas aus Indonesien oder Wasserkraft aus Patagonien importieren muss, sondern im ganzen Land Wind und Sonne reichlich zur Verfügung stehen (Hier noch ein passend inspirierender Artikel zur Rettung der Welt den ich heute in der FAZ las). Sechstens muss ich mich um keine Stromrechnung kümmern falls das Haus mal länger leersteht – die Alarmanlage läuft weiter.

Flucht nach Montevideo

Tuesday, September 28th, 2010

Hallo, ich melde mich aus Uruguay! Es hätte da ein Problem mit meinem Visum gegeben, vielleicht, ab dem 1. Oktober – oder auch nicht. Es geht um die kritischen Tage zwischen dem Auslaufen des Arbeitsvisums und der Beantragung einer unbefristeten Aufenthaltsgenehmigung. Ich hatte das Gefühl, dass ich da kurze Zeit möglichwerweise illegal in Chile gewesen wäre. Es war nicht klar wie man sich am schlauesten verhielt, viele Leute reden vieles und gute Ratschläge sind rar. So zog ich es vor kurz zu verschwinden (und am Freitag als Tourist wieder einzureisen). Der nächste Flug ging nach Montevideo, bin ja nicht der erste Deutsche, der in Uruguay Unterschlupf findet. Fast wäre der Flieger noch in in der Nachbarstadt Buenos Aires gelandet. Der Pilot sagte durch, in 20 Minuten landen wir und dann dauerte es etwa 40 mit viel Gewackel und hinterher erfuhr ich, dass Gewitter war. Kurz vor der Landung schwebten wir direkt über dem Lichternetz der Stadt, dem Hafen und am hellsten, wirklich strahlend wie ein Juwel prunkte das Fussballstadion. Applaus bei der Landung.

Ich habe jetzt ein schönes Hotel zum pennen und ein uruguyanaisches Entrecote-Steak im Bauch, dazu eine Flasche Zillertaler-Bier, das ist eine uruguayanische Marke. Das Asyl lässt sich nicht schlecht an.

Flucht-Energiebilanz

Wie ich im Mai mal gebloggt habe, will ich mir Solarzellen für´s Haus zulegen. Heute morgen habe ich bei meinem Lieferanten 4 Stück Solarpanele bestellt mit je 80 Watt Leistung. Er berechnet dafür 320 US-Dollar pro Panel (leider sind die in Chile noch recht teuer). Zufällig kostet der Flug nach Montevideo und zurück ebenfalls 320 Dollar. Rechnen wir mal eben aus, wieviel  Energie ich da verfliege und wie lange ich Sonnenenergie einsammeln müsste um so einen Flug “auszugleichen”.

Ein Flieger verbraucht etwa 40 kWh je 100 Passagier-Kilometer (Quelle: http://www.withouthotair.com/ Kapitel 5) . Bei 3500km Flugstrecke hin und zurück, gehen 1400kWh auf mein Konto. Wenn ich pro Tag mit optimistischen 5 Stunden Sonne in Chillán rechne in denen das Panel die volle Leistung bringt, Sommer wie Winter, dann wären 3500 Tage Betrieb nötig um dieselbe Energie zu erzeugen die für meinen kleinen Ausflug drauf ging. Eines meiner Solarpanele braucht also 10 Jahre um soviel Energie zu erwirtschaften, wie ich zum gleichen Preis in vier Stunden fliegend verpulvere.

Mir war schon klar, dass es sich bei der solarifizierung meines Dachs um ein Hobby handelt und keinesfalls um einen Beitrag zur Rettung der Welt. Aber dass es so drastisch bescheiden ist überrascht mich doch.  Solange ich in den Flieger oder auch nur in´s Auto steige, brauche ich mir nicht einbilden, dass mein umweltfreundlich erzeugter Strom irgendwie ins Gewicht fiele.