Fussballstadion

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Flucht nach Montevideo

Tuesday, September 28th, 2010

Hallo, ich melde mich aus Uruguay! Es hätte da ein Problem mit meinem Visum gegeben, vielleicht, ab dem 1. Oktober – oder auch nicht. Es geht um die kritischen Tage zwischen dem Auslaufen des Arbeitsvisums und der Beantragung einer unbefristeten Aufenthaltsgenehmigung. Ich hatte das Gefühl, dass ich da kurze Zeit möglichwerweise illegal in Chile gewesen wäre. Es war nicht klar wie man sich am schlauesten verhielt, viele Leute reden vieles und gute Ratschläge sind rar. So zog ich es vor kurz zu verschwinden (und am Freitag als Tourist wieder einzureisen). Der nächste Flug ging nach Montevideo, bin ja nicht der erste Deutsche, der in Uruguay Unterschlupf findet. Fast wäre der Flieger noch in in der Nachbarstadt Buenos Aires gelandet. Der Pilot sagte durch, in 20 Minuten landen wir und dann dauerte es etwa 40 mit viel Gewackel und hinterher erfuhr ich, dass Gewitter war. Kurz vor der Landung schwebten wir direkt über dem Lichternetz der Stadt, dem Hafen und am hellsten, wirklich strahlend wie ein Juwel prunkte das Fussballstadion. Applaus bei der Landung.

Ich habe jetzt ein schönes Hotel zum pennen und ein uruguyanaisches Entrecote-Steak im Bauch, dazu eine Flasche Zillertaler-Bier, das ist eine uruguayanische Marke. Das Asyl lässt sich nicht schlecht an.

Flucht-Energiebilanz

Wie ich im Mai mal gebloggt habe, will ich mir Solarzellen für´s Haus zulegen. Heute morgen habe ich bei meinem Lieferanten 4 Stück Solarpanele bestellt mit je 80 Watt Leistung. Er berechnet dafür 320 US-Dollar pro Panel (leider sind die in Chile noch recht teuer). Zufällig kostet der Flug nach Montevideo und zurück ebenfalls 320 Dollar. Rechnen wir mal eben aus, wieviel  Energie ich da verfliege und wie lange ich Sonnenenergie einsammeln müsste um so einen Flug “auszugleichen”.

Ein Flieger verbraucht etwa 40 kWh je 100 Passagier-Kilometer (Quelle: http://www.withouthotair.com/ Kapitel 5) . Bei 3500km Flugstrecke hin und zurück, gehen 1400kWh auf mein Konto. Wenn ich pro Tag mit optimistischen 5 Stunden Sonne in Chillán rechne in denen das Panel die volle Leistung bringt, Sommer wie Winter, dann wären 3500 Tage Betrieb nötig um dieselbe Energie zu erzeugen die für meinen kleinen Ausflug drauf ging. Eines meiner Solarpanele braucht also 10 Jahre um soviel Energie zu erwirtschaften, wie ich zum gleichen Preis in vier Stunden fliegend verpulvere.

Mir war schon klar, dass es sich bei der solarifizierung meines Dachs um ein Hobby handelt und keinesfalls um einen Beitrag zur Rettung der Welt. Aber dass es so drastisch bescheiden ist überrascht mich doch.  Solange ich in den Flieger oder auch nur in´s Auto steige, brauche ich mir nicht einbilden, dass mein umweltfreundlich erzeugter Strom irgendwie ins Gewicht fiele.