Bahnfahren im Schwellenland

Written by stefan on November 22nd, 2008

Zug mit 70 Passagieren entgleist bei Lontué (Chile)

Ein Zug der Line “Terrasur” entgleiste gestern auf der Strecke zwischen Santiago und Chillán mit 70 Passagieren an Bord. Der Unfall ereignete sich um 14:45 Uhr in der Höhe von Lontué, in der Region Maule. Zwei der drei Waggons sprangen aus den Schienen, der hinterste Wagen hätte sich fast überschlagen. Die staatliche Bahngesellschaft EFE versicherte, der Unfall sei durch den Diebstahl der Bolzen verursacht worden, die die Schienen auf den Schwellen halten. Zwei Angestellte erlitten leichte Verletzungen.  Die Teletón-Rundfahrt änderte aufgund des Unfalls ihren Tourneeplan [Teletón ist die chilenische “Aktion Sorgenkind”].

El Mercurio, 21.11.2008

Mir ist nichts passiert, ich war aber auch gar nicht an Bord, sondern fuhr einen Tag später. Da war schon wieder alles normal, bloß die Unfallstelle haben wir in Schrittgeschwindigkeit passiert. Ehrlich gesagt hatte ich mit sowas gerechnet, mein Vertrauen in die Wartung der Züge und der Strecke ist nicht allzu groß. Deswegen aber Bus zu fahren kommt nicht in Frage. Ich würde es nicht durchstehen, mich wöchentlich zweimal im engen Sitz mit Hollywood-Gewaltfilmen zudröhnen zu lassen. Und die 500km selber fahren ist vermutlich noch gefährlicher – und superlästig. Der Zug hat wenigstens Stil – und sogar eine Steckdose für den Laptop.

 

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