August, 2013

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Auf der Insel

Sunday, August 25th, 2013

Zum Ende des Sommers wollte ich nochmal an den Strand. Am schnellsten geht es mit der U-Bahn Line B, etwa 40 Minuten bis Endstation Brighton Beach. Von der Station aus sind es dann nur zwei Häuserblocks bis an den Strand. Die Gegend ist sehr von Russen dominiert, im Restaurant Tatjana direkt an der Promenade isst man lecker, zum Beispiel Hering mit Zwiebeln als Vorspeise.

Etwas weiter weg liegt Fire Island da fuhr ich gestern hin. Eigentlich ist es nur eine bessere Sandbank mit Dünen, Gras und ein paar niedrigen Kiefern vor der Küste von Long Island. Mit der Bahn ist man in etwa 1 1/2 – 2 Stunden am Fährhafen (Bay Shore Station). Die Fähre bringt einen dann in 20 Minuten auf die Insel. Es gibt auch eine imposante Autobrücke. Die Strasse führt aber nur bis zu einem Mega-Parkplatz für den Naturpark. Naturparks haben immer besonders grosse Asphaltparkplätze. Man stelle sich meine Riesenüberraschung vor, als sich die Ortschaft Kismet als autofrei herausstellte! Fast wie in meiner Kindheit auf Langeoog kommen die Einwohner mit Fahrrad und Handwagen zur Fähre um ihre Lieben abzuholen oder zu verabschieden. Kismet ist allerdings kein ehemaliges Fischerdorf sondern eine grosse Ferienkolonie, bei der Nähe zu New York mag ich mir gar nicht vorstellen, was so ein Häuschen pro Monat zu mieten kostet. Immerhin, der Ort ist öffentlich zugänglich und nicht abgesperrt.

Ich nehme an die öffentlichkeit hat mit den Strandaufspülungen zu tun. Genau wie die Inseln vor der Ostfriesischen Nordseeküste haben auch die Inseln vor New Jersey und Long Island keinen felsigen Landsockel. Sie sind veränderliche Sandbänke, die sich über die Jahrhunderte verlagern. Ein Sturm reisst schnell einen Kanal durch die Insel und spült dafür am anderen Ende Sand an, so dass die Inselform und auch ihre Lage sich ständig verändert. Das verträgt sich natürlich nicht so gut mit der Kolonisierung und den Ferienhäusern. Der Staat, hier in der Form des Army Corps of Engineers muss deshalb ständig die Insel ausbessern und das geschieht indem weiter draussen im Meer Sand ausgebaggert wird und dann auf dem Inselstrand verteilt. Auf diese Weise hält die Inselform dann wieder bis zum nächsten Sturm. Weil also letztlich der Steuerzahler den Strand bezahlt hat, verwehrt man ihm auch ausnahmsweise nicht den Zugang. Ein schöner Zug.