November, 2012

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Zu Besuch bei Google und bei der New York Times

Friday, November 16th, 2012

Das coole an New York, es ist wirklich immer was los und man ist mittendrin, wenn man denn Zeit und Musse dafür hat. Zum Beispiel als Programmierer. Es gibt jede Menge Start-up Unternehmen, das sind die Programmierbuden in denen junge Menschen verrückte Ideen ausprogrammieren und das Geld ihrer Wagnis-Kapitalgeber verpulvern, sollen sie doch! Start-ups sind angesiedelt in hohen Lofts, mit Tischfussball (amerikanisch-englisch: foosball), Tischtennisecken, Sitzbällen und Pizza jeden Abend, Freitags auch mit Bier. Das mit dem Bier haben wir auch in meinem Laden beibehalten, die sonstigen Startup-Exzesse haben wir abgelegt, wir schreiben schon seit über einem Jahr schwarze Zahlen und ironischerweise gibt es null Geld für Extravaganzen sobald eine Firma erwachsen wird. Das ist fast wie im richtigen Leben.

Start-ups laden gelegentlich zu Meetups oder Hackathons oder sonstigen Nerd-Aktivitäten und so habe ich schon ein paar tolle Locations gesehen, mit den erwähnten Spielecken und weiten Ausblicken über die Stadtlandschaft aus dem 18. Stock, Penthouse.

Heute aber war ich bei Google, das hat alles getoppt. Das Googlehaus belegt einen kompletten Block in Chelsea zwischen der 8. und 9. Avenue . Sie haben sich ein denkmalgeschütztes ehemaliges Büro- und Lagerhaus der Port Authority unter den Nagel gerissen und bauen es seit Jahren um, einen Stock nach dem nächsten, dem Wachstum der Firma angemessen. Ich war dienstlich da, nicht zum hacken oder spielen, sondern zum Arbeitsessen. Die Google-Kantine ist ja legendär. Als ich vor 15 Jahren ins Arbeitsleben trat, da war die SAP Kantine in Walldorf legendär. Ich wollte trotzdem kein SAP’ler sein, an das Gefühl habe ich mich heute erinnert, als ich durch die Hallen des Imperiums geführt wurde. Meine Gastgeber waren sichtlich stolz und sie können es sein. Ich hätte das auch alles gern. Sofaecken zum konzentrieren und entspannen, isolierte Telefonräume, Cafeterias überall verteilt in jedem Stockwerk, ein Riesentisch voll mit Legos, thematisch gestylte Arbeitsbereiche (space travel, art gallery, train travel etc.), ein Traum, zugegeben.

Ich ass dann doch nur Salat und gegrilltes Gemüse und ein paar Erdbeeren ausser der Saison, aber die gibt’s heute ja schon bei Aldi. Die Messer waren aus Plastik, ich weiss nicht ob wegen der Sicherheit, einen amoklaufenden Programmierer kann ich mir so schwer vorstellen. Es wurde aber alles recyclet, das erste Mal seit dem Besuch in Portland, dass ich in wieder einen Müllcontainer für Kompostierbares sah.

Am Abend dann war ich bei der alten Tante New York Times. Die macht ja ganz schön Eindruck mit ihrer Online-Ausgabe, animierte Grafiken und bunte Karten überall. Dazu habe sie sich einen Haufen junger Leute angeheuert, die diese Zaubereien mit Javascript vollbringen. Und ein paar von denen und ihre Freunde haben bei schlapper Pizza und Sodapop ihre Erfindungen vorgestellt. Wer hier nur wegen des Essens kam, wurde schwer enttäuscht. Mich hat der Blick aus dem 15. fasziniert und die Fahrstühle mit denen man nach oben gebeamt wurde. Die sind was ganz Besonders, man  wählt nämlich das Stockwerk aussen vor und dann kommt die Kabine wie eine U-Bahn angerauscht und gibt bekannt, in welchen Stock sie fährt. Innen gibt es keinen einzigen Knopf, total geil.

Profi-Tipp: Wenn der Abfluss mal verstopft ist

Tuesday, November 6th, 2012

Chemische Mittel sind giftig und ätzend und obendrein völlig nutzlos. Die mechanische Reinigung zurch das Zerlegen des Rohres oder mit einer Spirale ist ekelhaft und verlangt einiges Geschick.
Die einfachste und effektivste Methode: Zieht den Gartenschlauch durch die Wohnung, stellt die Düse auf den schärfsten Strahl und richtet ihn direkt in die Löcher des Abflusssiebs. Funktioniert immer! Wenn der Gartenschlauch zu kurz ist, reicht eventuell auch der Duschschlauch, obwohl der meist weniger Druck hat (Brause abschrauben). So habe ich es dieser Tage gemacht, als die Badewanne nicht abfliessen wollte und der Hausmeister durchgab, er könne frühestens morgen danach schauen.

Fahren wir jetzt alle Rad?

Saturday, November 3rd, 2012

Immer noch gibt es keine U-Bahn Verbindung von Brooklyn nach Manhattan weil erstens ein paar Tunnel gerade leergepumpt werden und zweitens der südliche Teil von Manhattan erst seit Freitag Abend nach und nach wieder mit Elektrizität versorgt wird und die Subway fährt auch nur mit Strom.

Die Stadt ist ausgedehnt: 32 Kilometer habe ich am Freitag per Fahrrad zurückgelegt um zum ersten Mal die New Yorker Philharmoniker hören! Gut dass die Abendaufführung am Mittwoch abgesagt wurde und ich die Karte für das Morgenkonzert eintauschen konnte. Diese Tour in dunkler Nacht zu absolvieren wäre mir doch zu lästig. Aber am Morgen war es angenehm, es war wenig Verkehr und da die Ampeln nicht funktionierten, musste ich auch die Polizei nicht fürchten, die mir vor ein paar Wochen tatsächlich einen Strafzettel verpasst hat weil ich als Radfahrer eine rote Ampel überfahren hatte.

So viele Radfahrer wie an diesem Morgen sah ich noch nie auf der Manhattan Bridge. Fahren wir jetzt alle Rad? So schnell geht es wohl nicht, trotz aller Verbesserungen bei den Radwegen braucht es immer noch eine gehörige Portion Radler-Selbstbewusstsein und Training um sich zwischen Taxis, LKWs, SUVs und der notorisch radlergrimmigen Polizei zu behaupten.

bikers. manhattan bridge