August, 2012

...now browsing by month

 

Zwetschgenkuchen

Sunday, August 26th, 2012

Zwetschgenkuchen ist eine Konstante in meinem Leben, mindestens einen muß ich backen, jeden August. Es ist immer ein wenig Glückssache an die richtigen Früchte zu kommen. Die runden, saftigen Pflaumen taugen nämlich nicht, sie zermatschen in der Ofenhitze und fluten den Teig mit Saft. “Bühler Zwetschgen” müssen es sein, oder etwas vergleichbares. Kurz vor der Reife sind sie richtig, ein wenig sauer im Geschmack und fest im Fleisch. Zu meiner Freude gibt es diese Sorte weltweit, man muss nur die Augen offen halten. Am Dienstag standen sie zum Verkauf am Union Square Markt, $4 das Pfund. Ein teures Vergnügen, für ein Blech braucht es etwa 6-7 Pfund. Die Pfaumen halbieren, entsteinen und darunter Hefeteig, ganz einfach.

Ich hoffe sehr, daß es immer ein paar Bauern gibt die Obst abseits der 15-20 Standardsorten anbauen die man inzwischen weltweit von “Big Fruit” das ganze Jahr über bekommt, vorwiegend steinhart weil für den Transport gezüchtet und mit bescheidenem Geschmack (ich denke an grüne Apfel, rote Apfel, Bananen, Erdbeeren, Birnen, Ananas, Mango, Kiwi, Pfirsiche, Pflaumen, Melone, Zitronen, Orangen, Mandarinen, Trauben).

Es ist alles andere als einfach, neue Bäumchen der alten Sorten zu finden. In den Baumschulen gibt es die sauren Zwetschgen nämlich nicht. Jedenfalls nicht in Chile, wo L. und ich im Juli den Obstgarten angelegt haben. Man muß selbst einen Baum ausfindig machen und vermehren. Ich habe mich also in der Kunst des Pfropfens versucht. Rosa, die Nachbarin, hat zwei Zwetschgenbäume, die aber inzwischen so alt sind, dass wir uns schwer taten überhaupt noch einen lebenden Ast zu finden. Ein kleines Zweiglein schnitt ich ab und implantierte es in das Stämmchens eines Pflaumenbäumchens das aus einem Sämling gewachsen war (also nicht tragen würde oder nur wenige, winzige Früchte). Nächsten Sommer werde ich wissen, ob die Operation gelungen ist!

Nachtrag: Wir kommen eben aus dem Botanischen Garten Brooklyn zurück und haben gelernt dass es 5000 Apfelsorten gibt. Außerdem sind wir jetzt stolze Besitzer eines 1-year membership.