January, 2012

...now browsing by month

 

Schneegestolper

Wednesday, January 25th, 2012

Am Sonntag raus aus der Stadt und mit dem Zug von Grand Central Station bis Beacon im Hudson Valley. Es erinnert ein wenig ans Rheintal zwischen Mainz und Koblenz, abzüglich der Burgen, Weinberge und schnuckeligen Ortschaften. Das erste Mal in diesem lag Schnee Winter und ich lief von Beacon nach Cold Springs.

Angenehm war das Laufen nicht, es lag gerade soviel Schnee, dass Stock und Stein nicht mehr zu erkennen waren. Ständig stolperte ich über Wurzeln oder trat in unsichtbare Vertiefungen, ich fühlte mich wie ein schlecht geferdertes Auto auf einer Buckelpiste, glücklicherweise nichts verstaucht.

Taxes

Wednesday, January 18th, 2012

Als ich im Dezember meine erste Gehaltsabrechnung erhielt, konnte ich es nicht glauben: Die Steuern auf mein Einkommen in Amerika liegen bei knapp 30% (je nachdem ob L. und ich gemeinsam oder getrennt versteuern, wird es sich bei 25% oder 28% einpendeln). Die Lohnsteuer, die in Deutschland auf ein gleich hohes Einkommen erhoben wird: 27%

Was man in Deutschen Medien immer wieder liest, dass die Steuern in den USA viel niedriger seien, entpuppt sich als haltlos. Und es wird noch hohler, wenn ich bedenke, was es hier nicht vom Stuergerld gibt: Zum Beispiel eine ordentliche Schulausbilung und das Studium der Kinder ist privat zu bezahlen (ab $15000 pro Semester). Mir fällt nichts ein, was mir der Staat hier für meine Steuern gibt, was ich in Deutschland nicht ebenfalls (oder besser) hätte.

Die Mittelschicht bezahlt hier die Rechnung. Gerade gestern ging durch die Presse, dass der republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney (geschätzes Vermögen $250 Millionen) nur ca. 15% Steuern auf sein Einkommen bezahlt. Das ist etwa soviel, wie ein MacDonald’s Angestellter dem Staat abgeben müsste. Vielleicht macht das verständlich, warum sich in der Tea Party Bewegung die ganz Reichen und das gemeine Volk so gut verstehen: Sie sitzen im selben Boot, steuerlich gesehen.