August, 2011

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Irene

Sunday, August 28th, 2011

Der Campingkocher steht bereit, Wasser ist in Kanistern abgefüllt, Bargeld abgehoben, das Auto unterm Baum weggefahren, der Sturm kann kommen!

Jack

Wednesday, August 3rd, 2011

Jack (vermutlich für Jacob) ist orthodoxer Jude und arbeitet als Verwalter für den Eigentümer unsers zukünftigen Wohnblocks (und einiger Häuser mehr). Er trägt ein weißes Hemd, schwarze Hose, Kippa und Schläfenlocken. Ich bilde mir gerne ein, orthodox Gläubige seien würdige, fast schon heilige Gestalten, aber Jack ist trotz seines Outfits ziemlich normal. Schlecht rasiert und etwas übergewichtig, die Hitze tat ihm nicht gut. Dazu leicht nervös, so hat er sich nach unserer ersten Besichtigung in seinen schwarzen Honda Pickup gesetzt, fuhr los und überraschend sahen wir ihn gleich an der nächsten Straßenecke wieder. Als wir zu Fuß dort anlangten, hatte er den Wagen gerade abgestellt und warf eine frisch angesteckte Zigarette auf den Bürgersteig um dann in einen Laden zu gehen.

E. war  ohne ihr Scheckbuch unterwegs und daß er uns trotzdem die Wohnung reserviert hielt, ohne jede Sicherheit, war extrem nett von ihm.  Es bereitete ihm offenbar eine schlaflose Nacht. Mindestens zweimal bat er uns inständig per SMS und email, ihn nicht hängenzulassen. Taten wir natürlich nicht, obwohl ich durchaus dazu fähig gewesen wäre, hätten wir in der Zwischenzeit etwas billigeres gefunden.

Bei der Abgabe unserer Papiere erzählte er uns von seinen fünf(!) Kindern, mit denen er im Hof hinterm Haus ein Gemüsebeet angelegt hat. Stadtgärten sind in in New York, vielleicht ist das gut für’s grüne Gewissen?

 

 

 

Wohnung suchen in New York

Wednesday, August 3rd, 2011

Es scheint gar nicht so schwer. Obwohl E. und ich beide keine Jobs haben (sie hat gerade eben ihren Master gemacht und ich darf noch nichtmal legal arbeiten in diesem Land), hatten wir doch am zweiten Tag und nach nur drei Besichtigungen eine vorläufige Zusage.

Vorläufig deshalb, weil das Verfahren hier so läuft, daß man einen Bewerbungsbogen ausfüllt, eine Bearbeitungsgebühr von gewöhnlich $100 bezahlt und einen Scheck über eine Monatsmiete Sicherheit beilegt. Mit den $100 wird ein “credit check” gemacht, denn in diesem Land braucht man vor allem Kredit, nicht unbedingt Geld. Als Neueinwanderer habe ich keinen Kredit. E. hat einen dürftigen (sie war als Studentin vorsichtig und sparsam) aber ein dünner Kredit ist besser als schlechter Kredit. Und wir haben (noch) einiges an Bargeld auf dem Sparkonto, das gab dann den Ausschlag.

Die Wohnung fanden wir auf Craigslist. Im Gegensatz zu den professionell gemachten Seiten streateasy oder nakedapartments hat craigslist noch den Charme des web 1.0 Die Anzeigen sind Kraut und Rüben, man kann kaum filtern, etwa nach Ortsteilen. In Amerika ist es das entscheidende Kriterium, im richtigen Neighborhood zu landen. Allerdings hat man auf craigslist die besten Chancen direkt vom Eigentümer zu mieten, die professionellern Seiten enthalten fast ausschließlich Angebote von Maklern. Diese nehmen mindestens eine Monatsmiete Gebühr, das wollten wir vermeiden.

Wenn alles gutgeht, unterschreiben wir morgen und haben dann für $2000 im Monat eine halbwegs anständige recht ordentliche Wohnung in Fort Green, einem Stadtteil von Brooklyn, gleich gegenüber von Manhattan. Man kann mit dem Rad über die Brücke fahren! Eine Alternative wäre Washington Heights gewesen, das liegt Uptown Manhattan, etwa zwischen der 150. und 190. Straße (west). In Washington Heights gibt es viele Hispanics, mir hätte das gefallen, so könnte ich mein Spanisch weiter praktizieren. Die Apartments sind zudem etwa $200 billiger. Brooklyn ist mehr angesagt, ein paar Blocks von der Wohnung gibt es Cafes, Bars, Restaurants und alternative/schicke Läden.

Zwei kleine Schlafzimmer, Wohnzimmer, Küche, Bad. Heizung und (Warm)wasser sind inclusive. Strom und Gas sind extra. Die Heizung hat keinen Thermostat und kein Ventil, wem es zu warm wird, macht das Fenster auf erklärt der Verwalter. Die USA verbrauchen soviel Energie wie niemand sonst auf der Welt und nach allem was ich bisher sah, wollen sie auch erstmal so weitermachen.