February, 2010

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Ein festes Haus

Sunday, February 28th, 2010

Heute abend ist es meinem Nachbarn gelungen, mich zu benachrichtigen. Zuerst per SMS, dann kam auch ein Anruf durch. Das Haus steht fest und nicht ein einziges Fenster ist zerbrochen. Das Beben hatte jedoch die Schiebfenster aufgedrückt. Einige Ziegel sind zerbrochen und innen ein Chaos aus kaputtem Geschirr… Ich bin sehr beeindruckt von seiner Baukunst. Seiner Familie und allen anderen Familien in dem kleinen Tal geht es gut. Nicht viel ist passiert ausser zerbrochenem Geschirr, sagt er. Strom haben sie keinen, aber reichlich zu Essen, schätze ich, denn in der Tiefkühltruhe hatte er ein ganzes Schwein in Teilen eingelagert.

SMS: Su casa no tiene daño pero adentro se quebraron varias cosas y la Margarita esta limpiando. El lavadero se quebró y algunas tejas de la casa. Yo las voy a reponer. Despues le cuento todo O.

Die Stadt Chillán hat sich wohl gut gehalten, schlimmer hat es Pinto getroffen.

Erdbeben

Saturday, February 27th, 2010

Heute Nacht, vor 1 1/2 Stunden hat die Erde in Santiago gebebt. Es war das stärkste Beben, das ich in Chile bisher erlebte und ehrlich gesagt, es reicht für ein ganzes Leben. Mein Bett, darin ich, und das ganze Zimmer wurden wild geschüttelt, das Haus schwankte ordentlich. Bücher sind aus dem Regal gekippt, die Lautsprecherboxen vornüber gefallen, der grosse Standspiegel ist aus seiner Nische gewackelt und umgefallen, nicht zerbrochen. Das ganze dauerte vielleicht eine Minute? Während des Bebens fiel der Strom aus. Jetzt, 1 1/2 Stunden später zittert die Erde immer noch alle paar Minuten.

Ich bin besorgt um Chillan und meine Nachbarn! Das Beben war nämlich nördlich von Concepción, ziemlich genau auf der Höhe von Chillán und 400km entfernt von Santiago. Der US Geological Service gibt eine Stärke von 8.8 an, das ist extrem (Haiti-Beben: 7)! Ich habe noch nicht angerufen, ich bin sicher, Telefone funktionieren dort ohnehin erstmal nicht. Und was soll ich von hier schon tun? Ob mein Haus noch steht, erfahre ich früh genug.

Nachtrag 9:25

In Santiago ist es ruhig, Strom, Wasser und Internet waren bereits nach Stunden wieder da! Der Chinese hat seinen Eckladen aufgemacht, so dass ich Kekse und Yoghurt zum Frühstück besorgen konnte.

Um Chillán sieht es schlimmer aus, aber auch hier konnte ich meinen Nachbarn per SMS erreichen, ihnen geht es gut! Das Haus ist beschädigt, Details weiss ich noch keine, Anrufe kommen noch nicht durch.

Nachtrag 17:50

Während des Tages bin ich viel durch die Strassen gelauden in den Santiagoer Innenstadtvierteln El Golf und Providencia. Hier ist alles normal. Mütter sitzen mit ihren Kindern am Spielplatz, ein paar Leute fahren Rad. Bloss das alle Läden geschlossen blieben ist ungewöhnlich an einem Samstag. Schwerwiegende Schäden habe ich keine gesehen, nur abgefallenen Stuck und Putz und eine alten eingestürzte Ziegelmauer. Alle blinkenden Glasscheiben der Wolkenkratzer sind noch dran! Seit zwei Stunden haben wir wieder schnelles Internet und die Telefone funktionieren ordentlich.

Nicht aber in den Süden! Talca, Concepcion und Chillan mag es viel schlimmer getroffen habe. Ich kenne auch nur die Fernsehbilder und seit der schnellen SMS heute morgen habe ich von meinem Nachbarn nichts mehr gehört. Natürlich mache ich mir Sorgen um den Zustand meines Hauses.

Heute Abend geht es aber trotz allem noch auf eine Hochzeit, das ist der Grund, warum ich überhaupt in Santiago geblieben war.

Neues Layout

Friday, February 26th, 2010

Nach drei Jahren im gleichen Gewand, wollte ich heute das Layout des Blogs ändern (was schliesslich auch gelungen ist) und dabei ist die ganze Chose erstmal abgestürzt. Irgendwo hatte ich falsch geklickt. Nach etwas fummeln in der Datenbank ist es nun wieder online, ob es bei dem Layout bleibt, werden wir sehen.
Bei der Gelegenheit bin ich auch mal durch die Artikel gegangen und habe ein paar upgedated (Fotos! Bücher!) andere gelöscht, von denen ich den Eindruck hatte, dass sie im Blog eigentlich nichts verloren haben (Arbeit).

Zimmer zu vermieten

Friday, February 12th, 2010

Nachdem ich die Wohnung bisher immer geteilt habe (mit Daniel, mit Libby, mit Fabi, mit Robert, Paul und Annalisa) steht sie jetzt wochenlang ganz leer. Interessenten sollten Freude an der Ordnung haben, die Abschlusstür immer dreimal verriegeln, Geschirr sofort abspülen, nichts im Kühlschrank vergammeln lassen und auch ihre Miete regelmässig zahlen ($200.000 Pesos). Dafür gibt’s das kleine Zimmer, Küche und Wohnzimmer zur gemeinsamen Nutzung (wobei ich ja ohnehin nur eine Handvoll Tage im Monat anwesend bin). Strom, Wasser, Gas inclusive und meistens geht auch Internet!