May, 2009

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Green Flash

Sunday, May 31st, 2009

Ein green flash ist der grüne Schimmer am oberen Rand der Sonnenscheibe, selten zu sehen beim Sonnenuntergang. Trotzdem stehen jeden Abend die Astronomen auf der Plattform und warten auf die Erscheinung wie auf den Heiligen Geist. Frohe Pfingsten!

Smalltalk im Flieger

Friday, May 29th, 2009

Heute früh im Flieger nach Antofagasta sassen zwei Amis neben mir. Ein Paar in den fünfzigern, kräftige, gesund aussehende Leute. Im Landeanflug sprach mich der Mann an: Ob ich zur Arbeit oder zum Studium fliegen würde. Sie hielten mich für einen Chilenen. Das mit dem Studium schmeichelte ja.

Das Paar war unterwegs zu einem organisierten Motorradtrip durch die Wüste auf BMW Maschinen. Das mit der Wüste wurde ihnen erst klar nach einem Blick auf dem Fenster und meiner Erklärung, dass es das letze Mal vor zwei Jahren geregnet hat. Im Nachhinein fand ich das ein bisschen ignorant: Da fliegen die Leute in die wunderbarsten Landschaften und Kulturräume (von früheren Trips nach Afrika und Europa war die Rede) und nehmen es doch nur als Hintergrund für ihr Motorraderlebnis. Die Welt als Disneyland. Wenn sie nächstes Jahr nichtsahnend eine Abenteuer-Tour durch Afghanistan buchen, geschieht ihnen die Überraschung aber recht!

Immerhin waren sie aufgeschlossen und freundlich (und sei es nur amerikanische Landessitte): in vier Jahren hat mich noch kein einziger Chilene im Flugzeug angesprochen – ich umgekehrt aber auch nicht.

Caleta Tortel

Sunday, May 17th, 2009

Das Venedig Patagoniens ;-) Bis vor einigen Jahren nur per Schiff erreichbar. Die Einwohner leben vom Verkauf des Holzes einer besonderen Cypressenart, die nur in dieser Gegend wächst. Das Holz hat die bemerkenswerte Eigenschaft, jahrzehntelang nicht zu faulen und zu vermodern. Alle Häuser und die Treppen und Stege sind daraus gefertigt und widerstehen offensichtlich der Nässe. Zum Vergleich: Ein nicht imprägnierter Kiefernpfahl, 10cm dick, vor zwei Jahren in Chillán eingegraben, fiel letzte Woche um als ich ihn schief angesehen habe!

Angeblich beuten die Leute von Caleta Tortel nur die Cypressen aus, die bei einem Waldbrand vor 50 Jahren abgestorben sind und seither kahl in der Landschaft stehen. Unbeschädigte und nachwachsende Bäume sind tabu. Ich will es gerne glauben.

Empfehlenswert: Das B&B “Entre Hielos”, dort habe ich die “drinnen”-Fotos gemacht. Da es ständig regnet, ist es wichtig, dass die Unterkunft gefällt.

Gegen die Abwrackprämie

Thursday, May 14th, 2009

Autos kaufen um die Welt zu retten? Watch this (und sage keiner, das gelte nur für die Amis)!

Und ein Link zu Don Alphonsos Variante zum Thema.

Die Route

Saturday, May 2nd, 2009

Chillán ist mit auf der Karte, damit man die Grössenverhältnisse würdigen kann und auch weil für Libby der Urlaub dort begonnen und gestern auch dort geendet hat: Sie hat das Auto von Chillán bis nach Puerto Montt gefahren und auch wieder zurück. Das waren ordentlich Kilometer, soviel, dass schon bald die nächste Inspektion fällig wird. Und da die meisten Strassen Schotterpisten sind, werden sie vielleicht ein paar Schrauben festziehen müssen.

Von Puerto Montt aus nach Bariloche (Schokolade, Shopping!). Weiter nach Esquel (Camping am See, sollte das einzige Mal bleiben). Über eine wunderschöne Bergstrecke mit viel rotem Herbstlaub der Lengue-Bäume am Lago Vintter vorbei. Dann über die Pampa – wir haben ernsthaft überlegt den Atlantik eben noch mitzunehmen und den Kontinent an dieser schmalen Stelle zu queren. Es hätte uns trotzdem zwei Tage gekostet so dass wir am Lago Buenos Aires bzw. Lago General Carrera wieder nach Chile eintraten (die Chilenen und Argentinier können sich auf keinen gemeinsamen Namen verständigen – der See ist aber gross genug für zwei Namen).

Wir sind dann immer weiter nach Süden, ab Puerto Bertrand entlang des Rio Baker, das ist der Fluss, an dem ein sehr umstrittenes Staudamm-Projekt geplant ist (siehe dazu ein Artikel im Montt-Blog und meine Ergänzung zum Thema). Auch wenn mein Kommentar nicht danach klingt: Es wäre ein Jammer wenn es zum Bau dieser Mega-Dämme käme!

Noch eine ganze Tagesreise weiter ist Caleta Tortel, der Ort ist so besonders, das wird mir einen eigenen Eintrag wert sein. Caleta Tortel war der südlichste Punkt der Reise, ab da ging es wieder nördlich. In einem Seitental nicht weit vom Lago General Carrera bleiben wir beim Versuch, eine weggespülte Strasse doch zu meistern, im Schlamm stecken. Nach fieberhafter Aktion, dem Unterschieben von Felsbrocken und mächtig viel Gas kommt der Wagen wieder frei. Libby behauptet steif und fest er hätte schon angefangen zu sinken im patagonischen Treibsand.

Mehr zum See, zur Carretera Austral und zu Puyuhuapi steht im Montt-Blog, ich kann’s nicht besser beschreiben. In den Luxus-Thermen waren wir auch, im Nieselregen und fast ganz allein, ausser uns nur ein spanisches Pärchen.

Für mich ging es mit dem Flieger zurück von Coihaique nach Santiago (und am übernächsten Tag nach Antofagasta). Libby hat die Fähre genommen, zusammen mit tausend Kühen in hundert Viehtransportern. für sie war es ihre letzte Reise, für die Kühe!

Patagonien (Wald)

Friday, May 1st, 2009

Regenwald