April, 2009

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Heiratsschwindler

Thursday, April 30th, 2009

Am Kamin einer Cabaña im argentinischen Bergdorf Las Pampas (Dr. Atilio Viglione) erhole ich mich von den Strapazen der holperigen Autofahrt und Libby kocht derweil Kürbissuppe. Der Fernseher empfängt Satelliten-TV mit mindestens 100 Kanälen. Für den nächsten Tag planen wir den Übertritt nach Chile, nehmen aber davon Abstand als ich höre, dass auf der Piste zwei Flüsse zu queren sind und dafür taugt mein kleiner Möchtegern-Geländewagen nicht. Auf Schotterpisten macht er sich aber grossartig und auf regulären Strassen sowieso, ich bin zufrieden mit dem Kauf!

Tourismus ist noch relativ frisch in dem Dorf. Ein paar Leute kommen zum Angeln an die Seen, die hier Lago No. 4, Lago No. 5 und Lago No. 6 heissen. Aber das Internet ist schon da! Die Vermieterin erzählt von einem Deutschen, den hat ihre Schwägerin beim Chatten kennengelernt. Er kam zu Besuch und blieb eine ganze Weile. Ob es zum Happy End kam, weiss ich nicht.

Wir hingegen behaupteten, das Happy End schon hinter uns zu haben. Libby steckte sich den Ring and die andere Hand und ich sprach von ihr als “mi esposa” (meine Frau). Man gewöhnt sich ziemlich schnell daran! Das Theater war notwendig um das Doppelbett der Cabaña benutzen zu dürfen und bei der Kälte die da oben im Herbst herrscht macht das schon einen Unterschied. Die Vermieterin (dabei selbst nur knapp über zwanzig und mit einem kleinen Knirps am Bein der angeblich ihrer Schwester gehörte, ja, ja) zeigte nämlich erst auf die Einzelbetten, zwei davon seien hergerichtet. Das war mir in Chile nie passiert obwohl die doch angeblich so katholisch sind, aber dass das nicht mit einer rigiden Sexualmoral einhergeht, war mir schon lange klar (bloss mit erheblichem Druck danach, wenn ein Kind unterwegs ist).

Am nächsten Morgen fahren wir weiter nach Süden und erst einen Tag später stelle ich fest, dass ich die Schlüssel eingesteckt habe. Mehr als Woche später wird ein Versuch sich dem Städtchen nun umgekehrt von der chilenischen Seite aus zu nähern durch Zeitmangel vereitelt. Ich werde die Schlüssel von Santiago aus mit der Post schicken und das beste hoffen.

Patagonien I

Thursday, April 30th, 2009

Wir haben Urlaub in Patagonien gemacht. Wegen der riesigen Entfernungen habe ich Libby mit dem Wagen vorfahren lassen und bin mit dem Flieger nachgekommen. Sie hat ein herrliches Leben, frei von Verpflichtungen hat sie sich eine Woche Zeit genommen um mit amerikanischen Freundinnen über Chillán und Pucon auf die Insel Chiloé zu fahren.

Die Reise ging dann nur mit uns beiden weiter. Das chilenische Patagonien ist ohne Strassenverbindung zum nördlicheren Teil des Landes, man nimmt entweder die Fähre oder wechselt nach Argentinien. Wir taten das letztere und fuhren über die Touristenstädte Villa La Angostura, Bariloche, El Bolson und Esquel. An dieser Stelle kein tiefergehender Vergleich zwischen Chile und Argentinien. Nur was sofort auffällt: Die Argentinier haben einfach mehr Stil. In Bariloche kauften wir viel Schokolade für uns beide und Jeans mit langen Beinen und schmalem Bund für mich. Diese Grössen gibt es in Chile nicht. Am nächsten Tag verliessen wir die Berge und weiter ging es durch die Pampa.

Von einer Stadt zur nächsten sind es hier in der Regel ein paar Stunden Fahrt. Bei Ankunft haben wir immer zuerst das Auto versorgt und mit Benzin für die nächste Etappe vollgetankt. Dann haben wir aber an uns selber gedacht und sind zum Bäcker um leckere Medialunas (Hörnchen) und Marmeladenplunder zu kaufen (findet man in Chile nie, hier bloss bleiche Teigfladen und fette Berliner mit Fanillekrem).

Pichilemu

Thursday, April 30th, 2009

Mein Freund Paul ist wieder da, für ein paar Wochen ist er von seinem dunklen Institut in Kopenhagen ins sommerheisse Santiago geflogen. Mit einem Umweg über die Bahamas selbstredend, wo sein Schiff im Trockendock liegt aber immer kompletter wird. Inzwischen ist es mit neuer Maschine und neuer Schraube ausgerüstet.

Wann ist es soweit mit der Atlantiküberquerung? Hier schauen wir den Surfern zu, wie sie die Pazifikbrandung reiten.

Wir sind nicht die einzigen Gringos am Ort. Ein Australier lässt seine Kinder im Fels über der Brandung klettern. Mensch! Das ist ja mein Kollege N.! So klein ist Chile – oder so gross der Zufall. Wieder einmal ein Indiz für meine Theorie, dass unwahrscheinliche Zusammentreffen viel häufiger passieren als man annehmen würde. Meine Theorie geht weiter: Dem ist jedoch keinerlei tiefere Bedeutung oder gar Konsequenz für unser beider Leben beizumessen.

Man kann natürlich streiten ob das jetzt wirklich “unwahrscheinlich” ist, oder einem nur so vorkommt. Die Möglichkeiten, in Chile an einen touristischen oder sontwie sehenswerten Ort zu fahren sind ja begrenzt. Nehmen wir mal an, es gibt 30 Orte in der Umgebung von Santiago, in die N. und ich für ein Wochenende fahren könnten. Dann ist die Wahrscheinlichkeit uns dort zu treffen 1/30 * 1/30 = 0.001 (0.1 Prozent). Über vier Jahre (unsere gemeinsame Zeit in Chile) und 20 Wochenenden im Jahr, an denen wir gleichzeitig frei haben, komme ich auf 8.8 Prozent Wahrscheinlichkeit für dieses Zusammentreffen. Was nicht viel besagt, meine Schätzungen sind schliesslich komplett aus der Luft gegriffen. Sogar in Chile gibt es mehr als 30 Orte, an die man fahren kann.

Faulenzen auf dem Land

Thursday, April 30th, 2009

Wir haben Besuch: Es gibt Lammkeule vom Grill.

Der nächste Tag beginnt etwas später.

Der letzte Tango

Thursday, April 30th, 2009

Daniel ist nun nicht mehr mein Mitbewohner, nach über drei Jahren in Santiago (aber hier leben: Nein Danke!) ist er nun in Paris.

Das ist nicht das Haus

Tuesday, April 7th, 2009

Es ist nur die Garage, der Schuppen, vom Haus aus gesehen. Ist aber schick geworden, oder? Habe ich selbst entworfen, gebaut hat es wieder Don Omar mit seinen Leuten. Seit gestern ist der Anbau fertig unter dem das Brennholz trocken lagert. Für ein Pferd im Verschlag wäre auch Platz oder für einen Hühnerstall, ich bin noch unentschieden. Libby hätte gerne ein Lama, vielleicht bringen wir eins aus dem Patagonienurlaub mit.