November, 2008

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Bahnfahren im Schwellenland

Saturday, November 22nd, 2008

Zug mit 70 Passagieren entgleist bei Lontué (Chile)

Ein Zug der Line “Terrasur” entgleiste gestern auf der Strecke zwischen Santiago und Chillán mit 70 Passagieren an Bord. Der Unfall ereignete sich um 14:45 Uhr in der Höhe von Lontué, in der Region Maule. Zwei der drei Waggons sprangen aus den Schienen, der hinterste Wagen hätte sich fast überschlagen. Die staatliche Bahngesellschaft EFE versicherte, der Unfall sei durch den Diebstahl der Bolzen verursacht worden, die die Schienen auf den Schwellen halten. Zwei Angestellte erlitten leichte Verletzungen.  Die Teletón-Rundfahrt änderte aufgund des Unfalls ihren Tourneeplan [Teletón ist die chilenische “Aktion Sorgenkind”].

El Mercurio, 21.11.2008

Mir ist nichts passiert, ich war aber auch gar nicht an Bord, sondern fuhr einen Tag später. Da war schon wieder alles normal, bloß die Unfallstelle haben wir in Schrittgeschwindigkeit passiert. Ehrlich gesagt hatte ich mit sowas gerechnet, mein Vertrauen in die Wartung der Züge und der Strecke ist nicht allzu groß. Deswegen aber Bus zu fahren kommt nicht in Frage. Ich würde es nicht durchstehen, mich wöchentlich zweimal im engen Sitz mit Hollywood-Gewaltfilmen zudröhnen zu lassen. Und die 500km selber fahren ist vermutlich noch gefährlicher – und superlästig. Der Zug hat wenigstens Stil – und sogar eine Steckdose für den Laptop.

Coming down

Friday, November 7th, 2008

Ein Quentchen Starkult. Zentrale Szenen vom neuen James Bond wurden auf Paranal gedreht. Was auf dem Filmplakat im Hintergrund raucht sind die Reste unserer Residencia.

Warnung!

Im Gespräch mit Kollegen hat der Film schlechte Wertungen bekommen. Und mit den spitzen Worten des “New Yorker” (den ich seit letzter Woche stolz abonniert habe): This time, having hopped lightly around the globe, paying his brief respects to Siena, London, Haiti and Austria, our hero winds up fussing about with water supplies in the back end of Bolivia. Is Vesper truly avenged because her beloved James gets to butch it out with the flower-shirted Dominic in what looks like a Ramada Inn? The place is so isolated, and frankly so hideous, that there appear to be no other guests, or even room service. Collateral damage is minimal, the world is saved, and nobody even noticed.

Ich habe Bond selbst noch gar nicht gesehen und habe es nach den Kommentaren auch nicht eilig…

Mein neues Hobby

Friday, November 7th, 2008

Die  Kartographie. Ist eigentlich schon ewig mein Steckenpferd. Besitze ich doch die ganze ehemalige Bundesrepublik in Messtischblättern im Maßstab 1:100.000 Dafür habe ich mir sogar einen stählernen Kartenschrank gekauft. Mit dem Internet wird alles leichter. Google Earth ist natürlich genial, auf den Satellitenbildern sieht man sogar meine Hütte in Chillan! Aber die Straße – die ist falsch eingezeichnet. Müsste weiter nördlich verlaufen und ausserdem gibt es da einen Seitenweg, der fehlt ganz. Kann man das nicht einzeichnen? Ich weiss nicht, ob man das bei Google kann. Mir gefiel es besser, mich gleich dem freien Projekt Openstreetmap anzuschließen www.openstreetmap.org. Klar, alles viel langsamer als bei Google. Aber wenn Du das Nachbardorf Pinto, Chile, mal auf dem Bildschirm hast, dann stimmt jede Straße! Ist nämlich von mir so eingezeichnet und hochgeladen worden. Folge der Hauptstraße nach Süd-Osten, an meinem Haus vorbei, weiter nach Recinto und bis ans Ende der Straße. Da geht ein Pfad ab und läuft ins Gebirge. Die Tour in das Tal der heissen Flüsse (Valle de Aguas Calientes) haben gestern Miguel Angel und ich zusammen gemacht. Von den unterwegs automatisch gesammelten GPS-Daten (Brotkrumen-Prinzip) liess sich fix der Pfad eingeben und hochlanden.

Schon jetzt beitet Openstreetmap jedenfalls im Süden des Landes die beste Straßenkarte Chiles! Die lässt sich auch ins GPS übertragen zur Navigation unterwegs. Und zum Wandern habe ich noch ein paar neue Ideen.