November, 2007

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Richtfest

Wednesday, November 21st, 2007

Diesmal gibt es kein Bild, ihr müsst Euch die großen, rinnenförmigen Dachziegel vorstellen, die ich in der Fabrik gekauft habe. 3500 sind es und in diesen Tagen ist der Maestro dabei das Dach zu decken. Die Ziegel werden auf Holzlatten verlegt und dann mit etwas Draht gesichert, das ist wohl wegen der Erdbeben und des Windes. Modernere Ziegel sind ja so geformt, dass sie sich gegenseitig verhaken, aber ich wollte die hier gebräuchlichen Ziegel im “kolonialen Stil”.
Richtfest hatten wir auch, im Grunde war es nur ein Grillabend mit den Zimmerleuten. Die wichtigsten Geschäftspartner hatte ich auch eingeladen weil die Zusammenarbeit auch mit Ihnen sehr gut klappt.
Luis Prado arbeitet in der Eisenwarenhandlung. Wenn ich in den Verkaufsraum komme winkt er mir gleich, macht noch den letzten Kunden fertig und wendet sich dann mir zu (natürlich an der offiziellen Reihenfolge vorbei, alle anderen Kunden müssen Nummern ziehen). Wir schütteln uns die Hand, erzählen ein bisschen, seine Tochter hat gerade geheiratet, und dann gehen wir meine Einkaufsliste durch. Natürlich kriege ich auch noch etwas Rabatt.
Maria Alejandra ist die Holzhändlerin. Die Preise sind bei ihr nicht die niedrigsten, ich handle auch nicht so gerne aber sie hat einfach alles Holz was ich brauche, auch die 6 Meter langen Balken und die Dielenbohlen aus Eiche, gut getrocknet und immer zum vereinbarten Termin. Ihre Familie hat ein Fundo, einen größeren Grundbesitz, nicht weit von meinem bescheidenen Flecken.
Beide mussten leider auf ihre Geschäfte aufpassen und konnten nicht kommen, aber Mauricio kam obwohl er am Handy ständig seine sechs Kleinlaster dirigieren muß. Er organisiert mir alle Materialtransporte und hat mir auch manchen guten Kontakt vermittelt wenn ich Sand brauchte oder Ziegel. Und einmal hat er mir mit einem guten Mechaniker aus der Patsche geholfen, als ich den Pick-Up mit Diesel betankt hatte obwohl’s ein Benziner war aber das ist eine andere Geschichte.
Und dann war ja noch das Erdbeben! Mit dem Epizentrum etwas nördlich von Antofagasta hat man es am Observatorium offenbar noch kräftig gespürt, aber Schäden gab es keine. In Chillán im Süden habe ich natürlich gar nichts gemerkt, das ist viel zu weit weg. Mein Haus ist erdbebensicher berechnet und ich bin zuversichtlich dass es im Ernstfall einige Stöße verträgt.


Meinen vierten Hauptlieferanten konnte ich schlecht einladen, da steht wohl eine internationale Finanzgruppe dahinter. Wer weiss, vielleicht wären die Herren ja gerne gekommen.

Wir vermessen das Land und finden einen Riesenkäfer und einen toten Hund

Sunday, November 4th, 2007

Eine meiner großen Sorgen ist, daß im Sommer alle neu gepflanzten Bäumchen vertrocknen. Welche großen Sorgen ich sonst noch habe, verrate ich vielleicht später einmal. Sie ändern sich auch von Zeit zu Zeit. Um Sorge eins entgegenzutreten, bin ich dabei eine Wasserleitung vom Standort des Hauses (wo es einen Brunnen gibt) bis hinauf zum Garten und zur Hütte zu legen. Die Herausforderung dabei ist der gewaltige Höhenunterschied von 80m und die Distanz von 300m. Den Höhenunterschied hatte ich bereits mit GPS und einem Wander-Höhenmesser abgeschätzt. Was die Distanz betrifft, war ich mir nicht sicher. Also habe ich Elizabeth zu einer Expedition überredet um die weißen Flecken meines Territoriums zu erkunden.
Wir haben oben bei der Hütte begonnen und uns in 9-Meter-Etappen nach unten durch die Büsche geschlagen. 9 Meter weil ich gerade ein Seil in dieser Länge zur Hand hatte. Die ersten 56m über die Wiese waren einfach, doch dann ging es in den Wald und einen Steilabbruch hinab! Wir haben uns an Lianen festgehalten und wurden von Brombeeranken zerkratzt.
Etwas später begegneten wir diesem Waldbewohner.


Elizabeth war sehr zurückhaltend dieser Kreatur gegenüber, sieben Zentimeter lang und krabbelt und fliegen kann er auch! Etwas später fanden wir einen Hundekadaver in einer kleinen Senke, das kam mir wiederum eklig vor. Es war aber keiner der uns bekannten toten Hunde (Lassie und Fox).Glücklich zurück im Sonnenlicht.

Tree in bloom

Saturday, November 3rd, 2007

Das hier dürfte ein Birnbaum sein, ich habe leider die Sorten und ihren Pflanzort nicht aufgeschrieben. Aber weil ich alle Bäume gerne habe, ist es nicht so wichtig.
Debería ser un peral; no anoté los nombres de los arbolitos juntos con su lugar de plantación. Pero me gustan todas las plantas, no importa entonces el nombre.

Arturos Geschichte vom Herrn, der einen Brunnen graben lässt

Saturday, November 3rd, 2007


Der Herr schickt nach einem Brunnenbauer dem er den Auftrag gibt, hinterm Haus einen Brunnen zu graben. Der Brunnebauer sieht sich die Sache an, überlegt und meint schließlich, er würde den Brunnen besser weiter drüben, im Garten graben. Da stoße man eher auf Wasser. Gut, sagt der Herr, graben Sie Ihren Brunnen im Garten, meinen bauen Sie hinterm Haus.

Von der Sorte Geschichten hat Arturo hunderte auf Lager. Er baut die Abwasserentsorgung: Rohre, Inspektionsgruben, Klärtank und Drainage. Anders als der Mann in der Erzählung höre ich natürlich auf Arturos Rat, meistens.

Zeit für´s Richtfest

Saturday, November 3rd, 2007

Seit ein paar Tagen sind die Dachbalken zugeschnitten und an Ort und Stelle gehievt. Zuerst werden sie nur provisorisch befestigt, dann verstrebt und festgenagelt, zum Schluß mit Brettern beplankt auf die später die Dachlatten genagelt und dann die Ziegel gelegt werden. Unten drunter kommt eine fette Isolierung.
Nachbar Arturo wird nicht müde mir klarzumachen daß ich unbedingt ein Grillfest für die Zimmerleute organisieren muß. Mache ich in vierzehn Tagen, wenn ich aus Deutschland zurück bin!