Reisen

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Bei Carl in der Sauna

Wednesday, May 10th, 2017

Rose und ich sind über’s Wochenende gemeinsam verreist. Über airbnb haben wir ein Zimmer gebucht in Kingston — nicht in Jamaica sondern im Staat New York, gute zwei Autostunden nördlich der Stadt. Als wir ankommen stellt Carl uns erstmal die zwei Katzen vor die eine ist “taub und ein bisschen verrückt”, die andere ist hübsch fahlgelb und verschwindet gleich wieder, ich habe sie das ganze Wochenende nicht mehr gesichtet. Carl kann etwas Deutsch, so bin ich überhaupt auf dieses Haus gestoßen, denn es sollte ein deutschsprachiges Wochenende werden. Der Plan war Rose zu aktivem deutsch zu ermuntern. Sie spricht immer nur englisch mit mir, obwohl sie sehr gut deutsch versteht.

 

Ich bin ein großer Fan von airbn, gerade weil man mit Leuten zu tun bekommt, die man sonst nie treffen würde. Im Hotel zu übernachten kommt nur im Notfall infrage, es ist viel zu langweilig. Bei Carl kann man die Sauna benutzen, der er quasi magischen Kräfte zuschreibt. Die Infrarotstrahlung soll vor Krebs schützen. Ich gebe zu, daß das elektrische Prinzip sehr praktisch ist, die kleine Saunakiste paßt in einen Raum von der Grösse einer Abstellkammer und heizt sich schnell auf. Meine selbstentworfene Sauna mit Holzofen in Chile muß man 1-2 Stunden vorheizen und immer wieder Scheite nachlegen.

Carl hat mehrere Bücher über Umweltfragen und sozial verantwortungsvolles Unternehmertum geschrieben. Viel haben wir uns nicht unterhalten, denn Rose verlangte auch ihr Recht und das sah den Besuch des Feuerwehrmuseums und eines winzigen Zoos vor, in dem es radschlagende Pfauen, Alpakas und eine Kuh zu sehen gab.

Gründer gesucht – looking for a co-founder

Sunday, September 5th, 2010

Für den Aufbau einer Internet-Firma in Chile die richtig Geld erwirtschaften soll – und das ohne die Werbe-Hilfe von Google!

Mein Profil: Programmierer und Geschäftsführer
Gesucht: Marketing-Profi und Web-Designer
Anforderungen: Spanisch fliessend, Verhandlungs- und Verkaufsgeschick, Bereitschaft sofort nach Chile umzuziehen
Vergütung: Aus dem $40.000 Dollar-Fonds von Start-Up Chile (wenn wir einen ordentlichen Businessplan schreiben und das Geld kriegen)

Geschäftsidee: Internetplattform im Personen-Reiseverkehr

Heiratsschwindler

Thursday, April 30th, 2009

Am Kamin einer Cabaña im argentinischen Bergdorf Las Pampas (Dr. Atilio Viglione) erhole ich mich von den Strapazen der holperigen Autofahrt und Libby kocht derweil Kürbissuppe. Der Fernseher empfängt Satelliten-TV mit mindestens 100 Kanälen. Für den nächsten Tag planen wir den Übertritt nach Chile, nehmen aber davon Abstand als ich höre, dass auf der Piste zwei Flüsse zu queren sind und dafür taugt mein kleiner Möchtegern-Geländewagen nicht. Auf Schotterpisten macht er sich aber grossartig und auf regulären Strassen sowieso, ich bin zufrieden mit dem Kauf!

Tourismus ist noch relativ frisch in dem Dorf. Ein paar Leute kommen zum Angeln an die Seen, die hier Lago No. 4, Lago No. 5 und Lago No. 6 heissen. Aber das Internet ist schon da! Die Vermieterin erzählt von einem Deutschen, den hat ihre Schwägerin beim Chatten kennengelernt. Er kam zu Besuch und blieb eine ganze Weile. Ob es zum Happy End kam, weiss ich nicht.

Wir hingegen behaupteten, das Happy End schon hinter uns zu haben. Libby steckte sich den Ring and die andere Hand und ich sprach von ihr als “mi esposa” (meine Frau). Man gewöhnt sich ziemlich schnell daran! Das Theater war notwendig um das Doppelbett der Cabaña benutzen zu dürfen und bei der Kälte die da oben im Herbst herrscht macht das schon einen Unterschied. Die Vermieterin (dabei selbst nur knapp über zwanzig und mit einem kleinen Knirps am Bein der angeblich ihrer Schwester gehörte, ja, ja) zeigte nämlich erst auf die Einzelbetten, zwei davon seien hergerichtet. Das war mir in Chile nie passiert obwohl die doch angeblich so katholisch sind, aber dass das nicht mit einer rigiden Sexualmoral einhergeht, war mir schon lange klar (bloss mit erheblichem Druck danach, wenn ein Kind unterwegs ist).

Am nächsten Morgen fahren wir weiter nach Süden und erst einen Tag später stelle ich fest, dass ich die Schlüssel eingesteckt habe. Mehr als Woche später wird ein Versuch sich dem Städtchen nun umgekehrt von der chilenischen Seite aus zu nähern durch Zeitmangel vereitelt. Ich werde die Schlüssel von Santiago aus mit der Post schicken und das beste hoffen.