Schaukelkind

Written by stefan on April 18th, 2015

So “ghetto” wie’s auf dem Foto scheint ist der Spielplatz gar nicht, im Sommer werden auch die Bäume grün!

 

Weihnachtsdekoration

Written by stefan on January 5th, 2015

Nicht bei uns zuhause, sondern in unserem Feriendomizil in Vermont. Die Dame des Hauses dekoriert passend zu den Jahreszeiten und verwendet sehr viel Zeit und Mühe darauf. Das Ergebnis lässt sich sehen, es ist fast als würde man eine Ausstellung besichtigen durch alle Räume des Hauses.

Blinkende Lichterketten und aufblasbare Weihnachtsmänner die an der Fassade baumeln gibt es glücklicherweise keine.

 

Zehn Dollar am Benzin gespart

Written by stefan on January 5th, 2015

Wahrscheinlich war es eine Dummheit, sich einen sparsamen Golf-Kombi zuzulegen. Oder zumindest müssten wir mehr unterwegs sein um nämlich den sagenhaft niedrigen Benzinpreis richtig auszunutzen. Um die $2.40 kostet eine Gallone zur Zeit, das sind 64 cent pro Liter. Auf unserer Fahrt nach Vermont, 400 Meilen hin und zurück, haben wir diesmal nur um die $30 an Sprit verfahren anstelle sonst über $40. Aber nach etwas Nachdenken, auf die zehn Dollar wäre es mir auch nicht angekommen.

Wenn jetzt die Kommentatoren schreiben, wie toll das für die Konsumenten sei, dann können sie allenfalls die Berufspendler meinen. Oder soll ich mal meinem Vermieter den Vorschlag machen, die Miete um 10% zu kürzen, weil er ja jetzt am Heizöl spart, der wird darüber nur lachen. Oder der Fluggesellschaft, sie solle wieder Preise verlangen, wie vor zehn Jahren. Die stecken den unverhofften Gewinn auch lieber selbst ein.

Das Wunder des Fracking soll an dem niedrigen Preis schuld sein. Mag sein, aber vernünftig ist der Preiskrieg für die Fracker nicht. Die Förderkosten liegen ja inzwischen über dem Marktpreis. Sogar wenn ich die konservativsten Kommentare lese, klingt da zwischen den Zeilen durch, dass ihnen bei der ganzen Sache etwas mulmig ist. Das Fracking höchst umweltschädlich ist, ist bekannt. Dass es vermutlich nur ein Jahrzehnt dauert, bis die neuen Quellen wieder versiegen ist wahrscheinlich.

Wenn der Preis nur hoch genug ist, kann man auch aus Kohle öl destillieren. Oder es unter der Arktis hervorpumpen. Die eigentliche Frage ist: Wollen wir das? Wir können uns nämlich entscheiden, das nicht zu tun und Abschied von der Vergeudung des öls als Brennstoff nehmen.

 

 

Schnee & Sonne

Written by stefan on December 27th, 2014

Nun hatten wir doch noch Schnee! In der Stadt war es so warm gewesen, 15 Grad und Regen am Heiligabend, ich hatte nicht damit gerechnet dass nur vier Autostunden noerdlich in Vermont noch Schnee liegen wuerde. Wir sind an unserem gewohnten Kurzurlaubs-Quartier und spannen vier Tage aus.

 

 

 

 

 

 

 

Alles ist hin

Written by stefan on December 23rd, 2014

Der kabellose und beutelfreie Staubsauger blieb vor zwei Wochen plötzlich still, ziemlich genau an seinem dritten Geburtstag. Die Staubsauger-Hotline der Firma Dyson liess mich zehn Schritte am Gerät durchexerzieren zwecks Fehleranalyse, das Drehbuch dafür hat mich sehr beeindruckt. Am Schluss aber teilte mir die Dame mit, die Elektronik sei dahin und ich könne entweder ein Ersatzmotor für $150 kaufen oder bekäme mit 20% Abschlag ein neues Gerät. Dann lieber selbst mit dem Schraubenzieher ran, aber alles war zugenietet und geklebt, kein Herankommen an die sensiblen Teile. Also mit Gewalt. Nachdem ich dem Elektronikfach die Schädeldecke aufgebrochen hatte, saugte er wieder. Da war wohl nur ein leichter Aderlass vonnöten, bis auf weiteres.
Tage später, wir hatten Gäste und kochten feste, da versagte die Zündung des Backofens. Der Gasherd war praktisch neu, was sind schon drei Jahre für ein Haushaltsgerät? Das Gericht garte notdürftig unterm Grill. Ein paar Tage später schickte uns die Hausverwaltung einen Monteur. Der schraubte drei Lagen Blech weg und gab dann auf. Die Elektronik für die Zündung koste $300 plus Monteurszeit, das lohne sich nicht. Ein neuer Ofen sei billiger. Ich habe jetzt die Kabel umgesteckt, der Backofen zündet wieder, dafür strömt das Gas unverbrannt aus dem Rohr sobald man grillen will, aber das tun wir ohnehin fast nie und man kann den Grill auch ziemlich leicht mit einem Streichholz anstecken.

Der Kühlschrank macht auch schon hin und wieder grauenvolle Geräusche, beruhigt sich aber wieder, wenn man ihn für eine Nacht abstellt. Die Spülmaschine scheint vorerst zu halten.

Unsere Tochter, gerade acht Monate alt, hat Schnupfen und rotzt herum und ist darüber schlecht gelaunt, wie man sich leicht denken kann. Das wenigstens vergeht von selbst, heute ging’s ihr schon viel besser!

 

 

Warum die Amerikaner soviele Kinder bekommen

Written by stefan on December 10th, 2014

Die überschrift ist pure übertreibung, die Geburtenrate in den USA schiesst ja mit 1.9 auch nicht gerade in den Himmel. Eigentlich wundert das ein bisschen, die religiösen Radikalen aller Richtungen fallen ja nicht nur durch ihre laute Rhetorik auf, sondern auch durch ihre Minivans voller Frauen und Kinder.

Neben den fruchtbaren Bibellesern fällt mir noch eine andere Erklärung dafür ein, warum es hierzulande mehr Kinder gibt als in Deutschland. Die Reaktionen auf ein Baby sind geradezu frenetisch positiv. Je kleiner das Kind, desto grösser die Entzückung bei Verkäufern, Passanten, Rezeptionisten etc. Welches junge Paar wollte da nicht mittun und Anerkennung für den Nachwuchs einheimsen? Freundliche Worte sind in New York sonst auch nicht einfach zu kriegen. Aber je älter das Kind wird, desto weniger interessiert’s die Leute.

Mir fiel dieser gewaltige kulturelle Unterschied zum ersten Mal so richtig auf, als wir für Rosa im Deutschen Konsulat einen Pass beantragten. Niemand vom (deutschen) Personal nahm überhaupt Notiz von unserem unglaublich niedlichen und braven Mädchen. Glücklicherweise anwesendes amerikanisches Publikum war jedoch verlässlich entzückt von ihr.

 

Kurzbesuch in Chile um nach dem Rechten zu sehen

Written by stefan on September 3rd, 2014

Das Haus ist zurzeit vermietet, aber meine Mieter waren superfreundlich und haben mich bei sich wohnen lassen. Wir haben uns gut verstanden und sie haben lecker gekocht. Dafür habe ich dann ein paar Verbesserungen vorgenommen.

Die Westfassade bekam eine wetterfeste Verbretterung mit Eternit.

Ein Qualitäts LED-Strahler aus Deutschland leuchtet den Hof besser aus (so ein Scheinwerfer war in den USA nicht zu bekommen, hier gibt’s nur China-Schund der nach drei Monaten hinüber ist).

Skifahren war ich auch, Riesenspass. Megafun, das will mein neuer Nachbar auch. Ein junger Amerikaner ist dabei das 12-Hektar Grundstück neben mir zu kaufen und will dort eine Motocrossbahn einrichten. Das wäre die Hölle, infernalischer Lärm und Staub ohne Ende. Mal sehen, was daraus wird. Vielleicht gelingt es mir noch, ihm das Grundstück wegzuschnappen, ich habe ein Gebot abgegeben,  obwohl ich ja nie Grossgrundbesitzer werden wollte. Aber selbst wenn er den Zuschlag bekommt, ich bin mir ziemlich sicher, dass sich die einheimischen Nachbarn die Belästigung auch nicht gefallen lassen.

 

Lucy’s Vorahnung

Written by stefan on July 27th, 2014

Heute war wieder Wandertag. Lucy (der Hund) und ich verliessen früh die Wohnung und bestiegen den Wagen. Aber was war das. Lucy sah gar nicht glücklich aus, den Schwanz hatte sie ängstlich zwischen die Beine geklemmt. Wie konnte das sein? Sie ist sonst immer Feuer und Flamme für einen Wanderausflug im Wagen. Sie hatte wohl eine Vorahnung, was da kommen würde. Zuerst schien alles in Ordnung nur dass es ziemlich schwül war und die Mücken uns im Wald fast auffraßen. Nach knapp zwei Stunden zwischen Bäumen und Heidelbeerbüschen gelangten wir an einen See. Und hier die nächste überraschung. Der sonst so wasserscheue Hund schwimmt mir nach, freundlich angeleitet von meinem Wanderkameraden Chris. Hier der Beweis:

Hatte sie etwa Angst um mich? Wollte Lucy mich vor dem Rachen eines See-Ungeheuers schützen? Wie dem auch sein, es gelang ihr für diesmal und wir erreichten beide das Ufer.

Der Pfad führte uns nun in einer Schleife zurück Richtung Wagen. An der Spitze Chris, dann Lucy und ich als Schlusslicht. Meine Gedanken schweiften wie die Mücken im Wald, auf den Weg achtete ich nicht sehr. Bis plötzlich da vor mir auf dem Pfad zwischen Steinen und Blättern sich etwas bewegte, eine runde Struktur löste sich auf. Zwei Sekunden lang begriff ich nicht was geschah. Dann endlich war mein Gehirn in der Lage das Geflirre von Mustern, Schemen und Schuppen aufzulösen und ich erkannte die Schlange. In dem Moment als ich das Wort laut ausrief und hastig zurücksprang, rasselte das Tier mit den trockenen Schuppen am Schwanzende. Beinahe wäre ich auf eine ausgewachsene Klapperschlange getreten.

Glücklicherweise war das fast zwei Meter lange Tier gutmütig und schlängelte sich ein paar Meter weiter ins Unterholz um sich dort wieder zu einem runden Kissen zusammenzurollen. Den Kopf legte die Schlange obenauf und züngelte in unsere Richtung. Ich muss gestehen, ich traute mich nicht nahe genug heran für ein Handy-Foto. Die fotografische Trophäe muss ich schuldig bleiben.

 

 

Die Krönung von Nummer 19

Written by stefan on July 17th, 2014

Meine drittklassige Zahnversicherung hier zahlt nur 50% auf Kronen und auch nur bis max. $1500 pro Jahr. Soviel wollte mein Manhattan Zahnarzt schon für eine einzige Krone (die Nummer 19, ein ganz dicker Backenzahn). Ich will keine Spritze und Doc Avo belustigte sich immer, dass von all seinen Patienten nur die beiden Deutschen ohne Betäubung bleiben wollten. Aber wie soll ich sonst spüren ob er auch gute Arbeit macht?

Jetzt bin ich bei einem Kollegen in Brooklyn, der verlangt weniger als die Hälfte, aber dafür gibt’s keine Kunst im Wartezimmer trotz verlängertem Warten. Er hüpft von Patient zu Patient während man mit dem zischelnden Sauger im Mund auf dem Behandlungsstuhl hängt und verbohrt aus dem Fenster starrt.

 

Großstadtdschungelgewitter

Written by stefan on July 16th, 2014

Seit Tagen 100% Luftfeuchtigkeit und Schwüle. Zucker und Salz haben sich in ihren Streuern zusammengebacken und wollen nicht raus. Platzregen am Nachmitag und abends Gewitter.